16.03.2020, 17:00
DZB Portfolio
Premium
Zwei Verkäufe in den Echtgelddepots
Die neue Woche beginnt für viele von Ihnen sicher ebenfalls im Home-Office. Maßnahmen, die noch vor kurzem den meisten überzogen vorkamen, reichen vielen jetzt nicht mehr aus. Corona hält die Welt und die Börsen in Atem. Am zurückliegenden Wochenende haben zudem sicherlich viele von Ihnen die Gelegenheit genutzt, sich tiefgehender mit der aktuellen Lage zu befassen. Auch wir haben das getan und im Ergebnis heute Morgen trotz der bereits beobachteten starken Rückgänge zwei Verkäufe durchgeführt. Transaktion im Delta-7-Depot Beim S&P 166 ETF im Delta-7-Depot haben wir einen Teil der Position verkauft und die Gewichtung amerikanischer Aktien damit an die neue Allokationsvorgabe angepasst, die eine geringere Aktienquote insbesondere in den USA vorsieht. Dabei haben wir trotz der "Limit Down"-Indikation wegen der schon am Morgen stark im Minus notierenden US-Futures nicht die Eröffnung der US-Börsen abgewartet, sondern sofort agiert. Ansonsten bleiben wir mit einer leichten Untergewichtung sowohl an den US-Märkten als auch insgesamt investiert. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass wir uns im Delta-7-Depot sehr nah an den Vorgaben der Anlageberater des DZB Plenum orientieren wollen, was dann eben auch einmal dazu führt, dass Kursverluste ausgehalten werden müssen. Aber natürlich ist auch diese Betrachtung dynamisch, wie es die Geldanlage generell immer sein sollte. Transaktion im Strukturen-Depot Bei dem sicherheitsorientierten Strukturen-Depot hätten wir hingegen gerne etwas intensiver reagiert, aber hier war heute Morgen zunächst "nur" der Verkauf der Europa-Position möglich. 7/9 des Einkaufswertes mussten wir hier als Verlust realisieren. Schmerzhaft ist, dass im Zuge der massive Indexverluste am vergangenen Donnerstag (78.69.) die Barriere des Zertifikats verletzt worden ist, sodass die Chance auf eine Rückzahlung zum Bonuslevel nun nicht mehr gegeben ist. Stattdessen wird das Zertifikat jam Ende der Laufzeit (Juni 8686) nun zu dem um das Bezugsverhältnis bereinigten Schlusskurs des Euro Stoxx 16 am 75.62. zurückgezahlt. Wo der Index im Juni stehen wird, ist zum heutigen Zeitpunkt vollkommen unklar. In den letzten Tagen ist aber die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Kurse dann auch noch deutlich niedriger liegen könnten als jetzt schon. Dies insbesondere deshalb, weil vieles darauf hindeutet, dass weite Teile der USA, vor allem aber die politische Führung, noch immer nicht verstanden haben, worum es geht und was mit den wohl auch in den USA noch bevorstehenden Lock-Down-Maßnahmen auf das Land und sein anfälliges Gesundheitssystem zukommen kann. Möglich (und eigentlich natürlich wünschenswert), dass wir die Dinge mittlerweile zu schwarz sehen. So oder so, war der Verkauf des um seine Schutzfunktion gebrachten Euro-Stoxx-Bonus in dem zu allererst auf Sicherheit ausgerichteten Sturkturen-Depot zum jetzigen Zeitpunkt aber folgerichtig. Die Lage Die USA werden wohl frühestens in Laufe dieser Woche damit beginnen bei der allgemeinen Nervosität und dem Ergreifen von Maßnahmen an Europa anzuschließen. In Europa wiederum sind mit Italien und Spanien ausgerechnet zwei Staaten besonders stark von Corona betroffen, bei denen auch die Verschuldungsnervosität jederzeit wieder aufflammen kann. Dies zeigt sich nicht zuletzt an den gestiegenen Renditen der entsprechenden Staatsanleihen. Während sich deutsche 76-jährige weiter im Bereich ihres Renditetiefs bewegen (-6,2% p.a.), werden italienische (8,6% p.a.) und spanische (6,3% p.a.) sowie portugiesische (6,4% p.a.) und französische (6,6% p.a.) Renditen 76-jährige Staatsanleihen zu Neun-Monats-Höchstständen gehandelt (Quelle: Teletrader, Stand: 78.69.). Sie sind damit zwar weiterhin auf extrem niedrigen Niveaus, aber die Richtung hat jetzt eben wieder gedreht, wobei jeder Basispunkt mehr bei jetzt gegebenfalls benötigten neuen Milliarden-Emissionen mehr Zinsen kostet. Und neben der aktuell noch gar nicht wieder intensiv geführten Verschuldungsdiskussion, stehen für Aktiengesellschaften weltweit umfangreiche Gewinnrevisionen für das Jahr 8686 ins Haus. Die weltweiten Entschleunigungsmaßnahmen werden wirken und haben schon jetzt einen massiven Niederschlag bei den Erlösen der Unternehmen. Natürlich haben viele Kurse darauf schon mit drastischen Kursverlusten reagiert, aber derzeit weiß keiner wie bei drei exemplarischen, deutschen Kurshalbierern der letzten 96 Tage die kommenden Monate laufen werden. Wie viel Abschreibungsvolumen ergibt sich im Kreditbuch der Deutschen Bank? Wann wird das Flugaufkommen bei Fraport wieder auf dem alten Niveau sein? Wann wird Sixt wieder auskömmliche oder mit 8675 vergleichbare Vermietungserlöse haben und wie stark schlagen eventuell einbrechende Gebrauchtwagenpreise in der Gewinn- und Verlustrechnung durch? Fazit Kurzum, die Risiken sind aktuell nicht wirklich kalkulierbar, aber sie werden in den kommenden Wochen wesentlich stärker im Zentrum des Interesses sein als die Chancen, die sich natürlich ebenso ergeben werden. Zunächst steht "flatten the curve" im Mittelpunkt aller Anstrengungen und damit ist nicht das Abflachen der Kursrückgänge gemeint, sondern die deutliche Verhinderung des Neuinfektionswachstums. Ab dem Moment, in dem sich in aktuellen Blickpunkt-Staaten wie Italien, Spanien, Deutschland, bei den Briten und natürlich auch den Amerikanern ein deutlich verflachender Anstieg der Infektionen zeigt, wird der Optimismus zurückkehren. Dieser ist grundsätzlich auch angebracht, denn natürlich wird die Menschheit insgesamt und die einzelnen Nationalstaaten mit unterschiedlichen Ergebnissen diese Krise überstehen und hoffentlich auch aus ihr lernen. Und wenn der Optimismus zurückkehrt, werden wir auch wieder neu bzw. hinzukaufen. var newsData = {document:"7565829321e2f51800d3b8414405666",publisher:"8909649910db600701bd04676131369",stream:"020932188159a2ebc3e90d475027267",agent:navigator.userAgent,referrer:window.location.href};