Rheinmetall sammelt weiter Milliardenaufträge ein, doch an der Börse reicht das allein nicht mehr. Die Reduzierung der Jahresprognose wirkt immer noch nach. Bei den Analysten gehen die Einschätzungen inzwischen deutlich auseinander.
Rheinmetall hat nach den turbulenten vergangenen Wochen einen weiteren Auftrag der Bundeswehr erhalten. Für mehr als 500 Mio. Euro liefert der Rüstungskonzern 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen. Die Produktion soll Anfang 2027 starten. Der Abruf erfolgt aus einem bereits Ende 2024 geschlossenen Rahmenvertrag, wie zum Wochenstart bekannt wurde. An Arbeit mangelt es Rheinmetall ohnehin nicht. Ende Juni lag der Auftragsbestand bei 80,5 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 39 Prozent auf 5,23 Mrd. Euro, das operative Ergebnis sogar um 74 Prozent auf 786 Mio. Euro.
Gleichzeitig sorgte die Absage des F126-Fregattenprogramms für einen Dämpfer. Die Umsatzprognose für 2026 wurde deshalb von 14,0-14,5 Mrd. auf 13,7-14,2 Mrd. Euro gesenkt. Belastend wirkt zudem der operative Free Cashflow von minus 1,62 Mrd. Euro. im abgelaufenen Quartal. Die Analysten sind trotzdem größtenteils bullish für Rheinmetall. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 1.700 Euro rund 40 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs. JPMorgan (Votum: „Neutral“) sieht wegen der neuen Auftrags- und Investitionsplanung allerdings wachsende Unsicherheit für die Jahre nach 2026. Die Analysten von MWB Research raten bei einem auf 1.050 Euro gesenkten Kursziel sogar zum Verkauf. Bei einem Kurs von rund 1.210 Euro wird Rheinmetall zurzeit mit einem 12-Month-Forward-KGV von xx bewertet.
Die Aktie hatte sich von ihrem Mitte Januar markierten Jahreshoch mehr als halbiert, bevor die Bullen bei 900 Euro wieder die Oberhand gewannen. Bei dem im November 2024 hier vorgestellten Capped Bonus (HS6VBK) ist die Barriere von 430 Euro trotz der Kurshalbierung nie in Gefahr geraten. Das Zertifikat notiert dadurch gut zwei Monate vor Fälligkeit schon fast auf dem Höchstbetrag, der Anlegern einen Gewinn von gut 32 Prozent (17 Prozent p.a.) bescheren würde. Als neue Investmentidee präferieren wir heute einen Discounter der UniCredit mit einem Cap bei 1.100 Euro. Nach 12 Monaten Laufzeit sind hier bei einem Risikopuffer von gut 9 Prozent Erträge von bis zu knapp 17 Prozent möglich. Verluste entstehen nur dann, wenn die Aktie am Ende unter rund 938 Euro notiert, wofür sie vom aktuellen Stand aus rund 22 Prozent fallen müsste (UN8BEB).