Im zweiten Teil unseres Rückblicks auf die im Juni fälligen Zertifikate zeigen sich die großen Vorteile, die Discountzertifikate Investoren bieten können. Für attraktive Renditen müssen die Aktienkurse bei diesen Produkten nicht zwingend steigen.
Besonders eindrucksvoll ist die Bilanz des hier Ende April des vergangenen Jahres vorgestellten Discounters der BNP Paribas auf Netflix. Wir hatten uns damals nach einem starken Kursanstieg der Aktie für eine etwas defensivere Herangehensweise entschieden und einen Cap gewählt, der rund 30 Prozent unter dem Aktienkurs lag. Unterm Strich hat Netflix seitdem gut 31 Prozent an Wert eingebüßt und am finalen Bewertungstag vergangene Woche knapp unter dem Cap geschlossen. Der mögliche Höchstbetrag wurde dadurch nicht ganz erreicht. Die Rückzahlung zu 674,04 Euro bescherte Anlegern aber immerhin einen Ertrag von 6,1 Prozent, was eine deutliche Outperformance gegenüber der Aktie selbst bedeutet.
Zwei Wochen später hatten wir die Deutsche Telekom in den Mittelpunkt unserer Marktidee genommen. Kurz zuvor war ein Mitte 2023 besprochenes Top Zertifikat (HVB6MA) der HypoVereinsbank zum Höchstbetrag zurückgezahlt worden. Auch hier sind wir im Anschluss etwas vorsichtiger geworden und haben einen Discounter der DZ Bank herausgesucht, dessen Cap bei 28 Euro lag und damit einen Risikopuffer von knapp 12 Prozent bot. Auch das hat am Ende nicht ganz gereicht, weil die T-Aktie am Ende 15,6 Prozent an Wert verlor. Der Discounter legte trotzdem 6,5 Prozent zu und konnte damit seine Stärken fast vollständig ausspielen. Anlegern, die das Zertifikat damals erworben haben, werden in diesen Tagen Telekom-Aktien ins Depot gebucht, die entweder mit Gewinn verkauft oder weiter gehalten werden können.
Ebenfalls ein Discountzertifikat war im März des vergangenen Jahres Inhalt einer Marktidee auf Oracle. Das von Morgan Stanley emittierte Produkt war mit einem Cap bei 147,50 Dollar ausgestattet, was fast genau auf Höhe des damaligen Aktienkurses lag. Nach einer wilden Berg- und Talfahrt schloss Oracle vergangene Woche knapp 25 Prozent höher, so dass das Zertifikat zum Höchstbetrag von umgerechnet 128,41 Euro fällig wurde. Investoren konnten damit einen Gewinn von 17,1 Prozent vereinnahmen.